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Aufruf

Solidarität mit Afrîn & Rojava – Am Tag X auf die Straße gegen die Invasion der Türkei!

Der militärische Sieg über den “IS” bedeutet keinen langfristigen Frieden für Rojava

Die „Selbstverteidigungseinheiten“ Rojavas, allen voran die YPG/YPJ und das Internationale Freiheits Bataillon haben mit militärischer Unterstützung der USA den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) aus fast allen relevanten Gebieten Syriens zurückgedrängt. Die USA leisteten hierfür zwar militärische Unterstützung für Rojava, machten jedoch aber auch deutlich, dass sie das fortschrittliche Projekt Rojava auf keinen Fall voranbringen wollen. Dies wurde vor allem dadurch deutlich, dass die USA jegliche humanitäre Hilfe verweigerte und dies immer noch tut, obwohl in Rojava ein gravierender Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten besteht. Mittlerweile hat die USA auch einen Teil seines Militärs aus Rojava abgezogen, da der einstige Hauptfeind, der IS, keine relevante Kraft mehr darstellt.

Nachdem der IS in Rojava und in Rakka, seiner Hochburg, zerschlagen und verdrängt worden ist, hat sich die Situation geändert: Die Bedrohungslage für Rojava spitzt sich zu.

Die Bedrohung durch die Türkei

Die Türkei stellt für Rojava und speziell für Afrîn, den westlichen Kanton von Rojava, die größte Bedrohung dar. Die Türkei, die seit Jahren einen entfesselten Krieg gegen KurdInnen führt, steckt in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Mit dem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung versucht die Türkei einerseits von der inneren Krise abzulenken und andererseits ihr Ziel eines großtürkischen Reiches ideologisch und faktisch zu untermauern.

Um die kurdische Bewegung zu schwächen und Rojava zu zerschlagen hatte die Türkei den IS mit allen Mitteln unterstützt. Da dieser Plan jedoch bislang scheiterte, marschierte die Türkei selbst in Syrien ein und hat Afrîn mittlerweile umzingelt. Zusammen mit türkeitreuen Milizen bombardiert das türkische Militär bereits immer wieder Dörfer rund um Afrîn. Erdogan selbst hat angekündigt, dass er Afrîn “säubern” wolle. Ein Großangriff des türkischen Militärs auf den Kanton, der vom restlichen Rojava abgetrennt ist, steht kurz bevor.

An Tag X auf die Straße und Solidarität zeigen

Daher rufen wir dazu auf am Tag X, am Tag des Angriffs auf Rojava, und an den darauffolgenden Tagen auf die Straße zu gehen.

Tag X beginnt dann, wenn das türkische Militär zusammen mit ihren Milizen in Afrîn oder einem anderen Teil Rojavas einmarschiert. Wir werden uns dann am selben Tag um 19 Uhr vor dem türkischen Konsulat in Stuttgart versammeln und dort lautstark unseren Protest äußern.

Achtet deshalb auf Ankündigungen!
www.rojava-solidaritaet.tk

Hoch die Internationale Solidarität!
Solidarität mit Rojava!


Was ist Rojava?

Seit Juli 2012 ist die Region im Norden Syriens – Rojava – unter Selbstverwaltung der dortigen Bevölkerung. Die Truppen des syrischen Regimes wurden verdrängt und in weiten Teilen wurden selbstverwaltete Strukturen und eine eigene Infrastruktur aufgebaut. Dieser Entwurf einer neuen Gesellschaft, der sich auf alle Teile der Gesellschaft erstreckt und alle Ethnien und Völker mit in die Gestaltung einbezieht, orientiert sich dabei nicht am Profit, sondern an den Bedürfnissen der Menschen.

Kommunale Rätestrukturen tragen dabei die ökonomischen, politischen und sozialen Aufgaben der Gesellschaft selbst. Dies reicht von der Kollektivierung der Verwaltung, der Wasser-, Strom-, und Lebensmittelversorgung, dem Aufbau von Kooperativen in der Landwirtschaft und der Textilproduktion. Dazu zählt außerdem die Bildung und Organisation der militärischen Verteidigung Rojavas bis zur Verdrängung patriarchaler Gewalt sowie die Stärkung der Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Rojava ist ein positiver Bezugspunkt in einer Region, die von reaktionären und repressiven Regimes dominiert ist. Es ist der Kampf für Freiheit inmitten von Unfreiheit und bedeutet für die Völker in der Region einen bedeutenden Fortschritt. Rojava ist damit das Beispiel für einen fortschrittlichen und solidarischen Gesellschaftsentwurf unserer Zeit, nicht nur im Mittleren und Nahen Osten, sondern weltweit. Umso wichtiger ist es uns dem geplanten Angriff gemeinsam entgegenzustellen und unsere Solidarität mit Rojava praktisch werden zu lassen.


UnterstützerInnen

  • Arbeitskreis Solidarität
  • Kurdische Frauenbewegung aus Stuttgart
  • Kurdische Jugendbewegung
  • NAV-DEM
  • Zusammen Kämpfen